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Schule Eglisau

Gemeinsam stark für mehr Biodiversität

«Es ist doch enorm, was in dieser Woche auf recht kleinem Raum alles passiert ist. Letztlich muss man einfach anfangen, etwas zu tun», staunt Primarlehrerin Sarah Läubli. Damit meint sie die Ergebnisse der biodiversitätsfördernden Ideen, die sie und ihr Kollege Roger Zimmermann im Rahmen einer grösseren Projektwoche mit einer klassenübergreifenden Primarschulgruppe umgesetzt haben. Im Mai 2019 wirkten Schülerinnen und Schüler während mehrerer Tage auf dem Schulhausareal in Eglisau ZH: Sie wühlten in der Erde, kneteten Samenkugeln, hantierten mit Schaufel, Spritzkanne oder Säge und malten Schilder. Nun zieren verschiedene Kleinstrukturen das Gelände der Primar- und Sekundarschule, beleben den versiegelten Aussenraum und bieten Tieren Schutz und Futter. 

Lebensraum und Nahrung

Für den Igel schichteten die Schülerinnen und Schüler in einem ruhigen Randbereich einen Asthaufen auf. Und an einer Böschung pflanzten sie Pfaffenhütchen und Kornelkirsche, einheimische Sträucher mit Beeren, über die sich die Vögel freuen. Ein Steinhaufen in einem besonnten Trockenbeet lockt Eidechsen an. Am Zaun zwischen Sportplatz und Strasse warten mit einer Blühmischung und einheimischen Kräutern befüllte Gefässe auf Bienen und andere Bestäuber. Und schliesslich lädt ein Kanu voll essbarer Pflanzen Lernende wie Lehrende direkt vor dem Eingang zum Probieren ein.

Gemeinsames Planen für mehr Artenvielfalt

Unterstützt wurden die kleinen und grossen Biodiversitätsbeauftragten von der Stiftung Pusch im Rahmen des neuen Programms «Biodiv im Naturraum Schule» sowie von der Gemeinde Eglisau. Der Eglisauer Werkhof stellte nicht nur einen Mitarbeiter für die notwendigen Aushub- und Sägearbeiten zur Verfügung, sondern auch Schnittgut, Steine, Erde und einen Teil des Pflanzgutes.

Das gemeinsame Engagement erweist sich als Glücksfall. Denn eine Schule strahlt als öffentlicher Grünraum in die Gemeinde aus. Ihre Aussenanlage wird nicht selten vom Gemeindepersonal gepflegt. Projektideen, die mit viel Eifer im Schulprojektalltag angelegt, aber Wochen später vom Hauswart wieder weggeräumt werden, bringen keinem etwas. Für eine nachhaltige Veränderung des Schulumfeldes hin zu mehr Natur und Strukturreichtum müssen alle Akteure zusammenspannen. Gemeinsam zu planen und sich gegenseitig zu unterstützen, ist wichtig für ein erfolgreiches Projekt.

Mehr Natur, weniger Pflege

Um der Natur mehr Raum zu geben, braucht nicht der komplette Schulhof aufgerissen zu werden. Das Beispiel Eglisau zeigt, wie sich auch mit kleinen Aktionen im Rahmen der lokalen Gegebenheiten Biodiversitätsförderung angehen lässt. Davon profitieren alle: Schulleitung und Lehrpersonen stärken ihr Fachwissen und ihre Handlungskompetenz, um bei ihren Klassen ganz praktisch gleich mehrere Kompetenzen des Lehrplan 21 zu fördern und die Schulanlage vermehrt als Lernort zu nutzen. Die Schülerinnen und Schüler wiederum machen an Projekttagen wie im Unterricht vermehrt Naturerfahrungen direkt vor dem Klassenzimmer. Sie entwickeln ein Problembewusstsein für den Verlust von Lebensräumen sowie Tier- und Pflanzenarten in der Schweiz. Und sie lernen, mit welchen Massnahmen sie diesem entgegenwirken können. Die Hauswarte und Gemeindemitarbeitenden erfahren über gestalterische Möglichkeiten, dass ein Mehr an Natur auch ein Weniger an Pflege mit sich bringen kann: So ist der einmal gut eingesäte artenreiche Blühstreifen beispielsweise pflegeleichter als der regelmässig zu mähende englische Rasen. Und Flora und Fauna erhalten mitten im Siedlungsraum ihren Platz zurück. Passend beschildert üben die grünen Inseln eine Signalwirkung auf das ganze Quartier aus.