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Bauen für die Zukunft

In gutem Klima lernt’s sich leichter. Das trifft nicht nur auf die Arbeitsatmosphäre zu, sondern auch auf das Raumklima in Schulen und Kindergärten. Bestellt die öffentliche Hand gesund und ökologisch erstellte Bauten, kann sie viel dazu beitragen, ein gelungenes Lernklima zu schaffen und dabei ihre Verantwortung gegenüber den Nutzerinnen und Nutzern sowie der Umwelt wahrzunehmen. 

Helle, farbige und grosszügige Räume empfangen die Kleinen in der Kinderkrippe Spielvilla in Aarau. Auch draussen bietet die naturnahe Umgebung den Kindern ein spannendes Tummelfeld für Entdeckungen und Erlebnisse. Das vollständig aus Holzelementen gefertigte und mit moderner Haustechnik ausgerüstete Gebäude, das im August 2012 nach nur sechs Monaten Bauzeit in Betrieb genommen werden konnte, erfüllt den Standard Minergie-Eco. Für Claudia Vosti Kuhn, verantwortliche Projektleiterin Hochbau bei der Stadt Aarau, zahlt sich dieser Standard gleich mehrfach aus: «Gesunde und ökologische Bauten führen nicht nur zu einem Mehrwert für die Benutzer und für die Umwelt. Sie erreichen auch eine grössere Akzeptanz in der Bevölkerung – das gilt umso mehr, wenn wie im Falle der Spielvilla die Benutzer Säuglinge und Kleinkinder sind und gegenüber einer konventionellen Bauweise nachweislich keine Mehrkosten entstanden sind.»

Die Schulanlage Felsberg in der Stadt Luzern gilt ebenfalls als Vorzeigeprojekt: Sie wurde 2014 und 2015 für knapp 19 Millionen Franken saniert, erweitert und auf einen schweizweit einmaligen energetischen Standard gebracht. Doch nicht nur aus energetischer, sondern auch aus denkmalschützerischer Sicht ist das Beispiel besonders gelungen. Bei der Sanierung wurde kein Aufwand gescheut, um jedes Detail in den Originalzustand der Vierzigerjahre zurückzuversetzen – und so gilt das Felsberg-Schulhaus nun als bedeutendes Zeugnis der Nachkriegsmoderne. Die Kinder dürfte das wenig kümmern. Sie freuen sich dafür umso mehr über den grünen Ausblick auf die Baumkronen oder die Spielhöhlen mit Rückzugs- und Klettermöglichkeit im ersten Obergeschoss.

Beide Beispiele dienten in den letzten Jahren als Besichtigungsobjekte des Pusch-Gemeindekurses «Schulhäuser und Kindergärten nachhaltig und gesund bauen» – ganz nach dem Motto: Lernen aus der Praxis für die Praxis! Der Kurs findet auch 2019 statt. Dieses Jahr geht die Reise nach Buchs und zur Schulanlage Räfis, die in den letzten Jahren durch eine vorbildliche Neuanlage erweitert wurde. Seit 2001 ist Buchs Energiestadt, seit Ende 2013 ist die Gemeinde sogar mit dem «European Energy Award Gold» ausgezeichnet. Für den Stadtrat war deshalb klar, dass die Schulanlage nach Minergie Eco Standard erneuert und erweitert werden sollte, um auch in den Bereichen Gesundheit und Bauökologie Verantwortung zu übernehmen. Welche Erfahrungen Buchs mit Planung, Ausschreibung und Bau gemacht haben, wird Teil des Gemeindekurses sein.

Frische Luft im Schulhaus

In unseren Klassenzimmern herrscht dicke Luft! Und zwar nicht nur, wenn es um das Thema Klimaschutz geht. Eine Studie zeigt, dass die Luftqualität in vielen Schweizer Schulen ungenügend ist. Konkret bedeutet dies: schlechte Lern- und Arbeitsbedingungen für Schulkinder und Lehrpersonen sowie gesundheitliche Nachteile für Personen mit Allergien und Asthma.  

Mit einfachen Verhaltensanpassungen, guter Planung und regelmässigem Dialog zwischen den Nutzern, den Betreibern, den Bauherren und den Eigentümern einer Liegenschaft lässt sich die Luftqualität jedoch massiv verbessern. Mit zwei neuen Broschüren nimmt das Bundesamt für Gesundheit BAG das Thema auf, erklärt die Hintergründe sowie das korrekte Lüftungsverhalten und macht auf Verbesserungsmöglichkeiten im Bereich Infrastruktur aufmerksam.

4. November 2020, Tageskurs, Zürich

Schulen und Kindergärten ökologisch und gesund bauen und sanieren (ausgebucht)

Schulhäuser, Kindergärten und Verwaltungsgebäude unterliegen hohen Anforderungen. Lernen Sie, wie Sie ein nachhaltiges Gebäude in Auftrag geben und… mehr

Kreislauffähige Baustoffe – ein Schlüssel für mehr Nachhaltigkeit im Bau

Der Bausektor gehört zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftssektoren und verbraucht jährlich ungeheure Mengen von Primärrohstoffen. Um diese wertvollen Ressourcen zu schonen, ist es besonders wichtig, vermehrt kreislauffähige Stoffe einzusetzen. Die öffentliche Hand ist eine wichtige Auftraggeberin im Bausektor und kann durch entsprechende Ausschreibungen die Verwendung von Recyclingbaustoffen fördern. So spielte die öffentliche Hand bereits eine gewichtige Rolle für den Einsatz von Recyclingbeton im Schweizer Bauwesen. 

Mit den richtigen Instrumenten und Labels zum Ziel

Rund um das nachhaltige Bauen gibt es mittlerweile eine Menge von Standards und Labels. Einen Überblick über Labels im Baubereich wie Minergie-Eco oder den Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) liefert www.labelinfo.ch. 

Der Verein Eco-bau stellt verschiedene Standards und Planungswerkzeuge zur Verfügung, die Orientierung bieten. Die erprobten Werkzeuge decken jede Planungsphase und die Kriterien Baustoffe/Bauweise und Gesundheit/Wohlbefinden ab.