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Entsorgungshof Zug: Der Weg zur kreislauffähigen Sammelstelle

Der neue Entsorgungshof der Stadt Zug soll mehr als eine gewöhnliche Sammelstelle sein. Kombiniert mit einem Brockenhaus, Repair-Café und anderen Dienstleistungen wird das Entsorgen zum Erlebnis. Dadurch fördert die Stadt die Wiederverwendung von brauchbaren Gegenständen und die soziale Integration.

Der Ökihof der Stadt Zug zieht um. Ende 2022 soll das neue Recyclingcenter in der Peripherie der Stadt, im Quartier Göbli, eröffnet werden. Nach einer langen Vorbereitungszeit, die bereits 2008 startete, fand im März 2021 nun der Spatenstich statt. Den Standort zu finden, stellte die erste Herausforderung dar. Darauf folgten Erschliessungsarbeiten, ein Projektierungskredit, Wettbewerb, Baukredit, politische Debatten und schliesslich eine Volksabstimmung im September 2020. Kostenpunkt: knapp 21 Millionen Franken. 

Von den Kosten über die Lage bis zur Grösse des geplanten Entsorgungshofs sei in den letzten Jahren alles hinterfragt worden, berichtet Jascha Hager, Stadtingenieur der Stadt Zug. «Wir mussten tief in die Politik eintauchen und schon früh sehr intensiv informieren.» Doch der Aufwand hat sich gelohnt: Das Parlament sagte schliesslich mit 29 zu 5 Stimmen Ja zum neuen Recyclingcenter. Und die Volksabstimmung lieferte ein noch deutlicheres Ergebnis: 88 Prozent stimmten dem Projekt vergangenen Herbst zu.

Unter einem Dach

In der Stadt Zug ist der Entsorgungshof seit 1999 eine Kombination aus Sammelstelle und Brockenhaus. «Diese Kombination hat sich bewährt und es war deshalb klar, dass wir dies weiterführen», so Hager. Der neue Standort wird unter anderem eine Sammelstelle, ein Brocki und eine Reparatur- und Upcycling-Werkstatt unter einem Dach vereinen. 

Die Wertstoffe können im Entsorgungshof also ganz unterschiedliche Wege nehmen: von der gewöhnlichen Wiederverwendung über die Reparatur, die Wiederverwendung in neuer Form bis hin zum sortenreinen, klassischen Recycling. «Wir machen aus allen Wertstoffen, was wir können.» Dadurch fördert die Stadt Zug die Wiederverwertung der Güter und trägt dazu bei, dass weniger Sperrgut in der Kehrichtverbrennungsanlage landet. Die Sammelstelle wird zudem einen bedienten Bereich mit Kundenzone enthalten: «Wenn wir die Kunden beim Ausladen betreuen, können wir eine höhere Sortenreinheit und Qualität des Recyclingmaterials sicherstellen», betont Hager. 

Soziale Integration

Betreiberin des Brockenhauses ist, wie bereits am heutigen Standort, die Frauenzentrale Zug. Der Erlös aus dem Brocki fliesse ausschliesslich in soziale Projekte zugunsten der Zuger Bevölkerung, erklärt Christine Langhans, Geschäftsführerin des Brockenhauses. Die Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Zug (GGZ), die mit ihrer Institution «GGZ@Work» stellenlose Sozialhilfebezüger und Asylsuchende berät, beschäftigt und vermittelt, wird ebenfalls in das Gebäude einziehen. Sie wird unter anderem für die Repair-Werkstatt verantwortlich sein, Logistik-Dienstleistungen übernehmen und einen Bauteile-Secondhand-Laden unterhalten. Durch die Arbeitsplätze der «GGZ@Work» ausserhalb des ersten Arbeitsmarktes und die Beschäftigung von 150 Freiwilligen im Brockenhaus fördert der Entsorgungshof auch die soziale Integration. 

Entsorgen als Erlebnis

Wer der Wegwerfgesellschaft trotzt und die Waren wiederverwendet, schützt die Umwelt und schont die Ressourcen. Der Ökihof bietet Gelegenheit, darüber nachzudenken und Wiederverwendungsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen: «Als Kunde habe ich die Wahl, ob ich meine Ware zuerst beim Brockenhaus anbiete, ins Repair-Café gebe oder direkt zur Sammelstelle bringe. Der Entscheid der Wiederverwendung liegt bei der Kundschaft», erklärt Hager. Dadurch würden auch Haftungsfragen für weiterverwendete Gegenstände aus dem Weg geräumt. 

Wichtig ist für den Stadtingenieur auch das Erlebnis rund um den Ökihof: «Die Kombination mit dem Brockenhaus ist bei den Zugerinnen und Zugern bereits bekannt und beliebt. Der Entsorgungshof ist heute schon ein Treffpunkt. Diese Aufenthaltsqualität können wir nun stärken», ist Hager überzeugt. Auch Christine Langhans wünscht sich eine Atmosphäre, in der sich die Kundschaft genügend Zeit nehmen kann, um im Brocki zu stöbern. «Es soll Spass machen, in den Ökihof zu kommen.» Sie vergleicht das Angebot mit einem nachhaltigen Warenhaus, das abgesehen von Lebensmitteln alles anbietet – und erst noch Unikate. 

Autorin: Nadine Siegle, Projektleiterin Kommunikation, Pusch
Bildquelle: Brockenhaus, Frauenzentrale Zug

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Kontakt

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Nadine Siegle
Projektleiterin Kommunikation, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
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