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Elektromobilität: Förderung privater Ladestationen in der Innerschwyz

Die Elektromobilität boomt – und mit ihr wächst die Zahl der Ladestationen in der Schweiz. Die Energie-Region Innerschwyz entwickelte deshalb den «E-MobilitätsCheck». Er soll helfen, den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern, Überbauungen oder Parkhäusern zweckdienlich aufzugleisen.

In vielen Städten und Gemeinden existieren bereits öffentlich zugängliche Parkplätze mit Ladestationen für Elektroautos. Es ist aber davon auszugehen, dass Elektrofahrzeuge in Zukunft vor allem zuhause und am Arbeitsplatz – dort, wo sie am längsten stehen – geladen werden. «Die Ausrüstung von Gebäuden mit der passenden Ladeinfrastruktur leistet deshalb einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg der Elektromobilität», betont Walter Tresch, Bezirksammann des Bezirks Schwyz und Vorsteher der Energie-Region Innerschwyz. «Es ist schliesslich nicht sehr praktisch, wenn man ein Elektroauto besitzt, es aber zuhause nicht laden kann.»

Ausbau von Ladestationen richtig angehen

Die Energie-Region Innerschwyz ist ein Zusammenschluss aus sieben Gemeinden, dem Bezirk und Kanton Schwyz sowie den drei Energieversorgern EBS Energie AG, Gemeindewerke Arth und EWS AG. Gemeinsam führen sie unter der Federführung des Bezirks Schwyz, der das Energiestadt-Label trägt, Energieprojekte durch.

Um die Elektromobilität zu fördern und den Ausbau der Ladeinfrastruktur in der Region anzukurbeln, hat die Energie-Region kürzlich den «E-MobilitätsCheck» lanciert. Das Beratungsangebot zeigt Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümern die individuell passende Ladelösung und ein sinnvolles Vorgehen für deren Ausbau auf.

Das Angebot richtet sich ausdrücklich an Personen oder Unternehmen, die voraussichtlich mehrere Ladestationen benötigen werden. Die Rede ist beispielsweise von Mehrfamilienhäusern, Überbauungen, Einkaufszentren oder Hotels. «In Einfamilienhäusern ist es relativ einfach, eine Steckdose für das Elektroauto einzubauen.» Sobald aber mehrere Ladepunkte gebraucht würden, sei es wichtig, den Ausbau von Anfang an richtig aufzugleisen, erklärt Tresch. «Die grösseren Herausforderungen liegen bei Einstellhallen, Parkplätzen, Tiefgaragen oder Parkhäusern.»

Reicht die vorhandene Kapazität?

Der «E-MobilitätsCheck» beinhaltet eine Begehung der Liegenschaft, bei dem die Bedürfnisse und Möglichkeiten vor Ort abgeklärt werden. Zudem muss die generelle Eignung des Gebäudes geprüft und die Ausbaustufe gemäss Merkblatt SIA 2060 ermittelt werden. Der Check legt dabei mehrere Schwerpunkte:

  • Kapazität: Betrachtet wird die im Gebäude schon vorhandene Kapazität des Netzanschlusses. Da diese begrenzt ist, muss sie optimal genutzt oder allenfalls ausgebaut werden.
  • Ausbaufähigkeit: «Üblicherweise ist der Bedarf an Ladeinfrastruktur zu Beginn moderat. Es ist ein steigender Prozess», weiss Tresch. In einem Mehrfamilienhaus kauft zunächst eine Partei ein Elektroauto oder E-Bike. Später kommen weitere Fahrzeuge bei den Nachbarinnen und Nachbarn hinzu und mehr Ladestationen sind gefragt. «Die Infrastruktur muss mit dieser Veränderung mitwachsen können und kostengünstig skalierbar sein.»
  • Kostenaufteilung: Die Kosten sollen fair verteilt werden, zum einen diejenigen für den Ausbau der Ladestationen, zum anderen aber auch die Kosten für die Nutzung und den Stromverbrauch. «Dafür muss die Ladeenergie gemessen und individuell, je nach Fahrzeug oder Ladestation, zugewiesen und entsprechend abgerechnet werden können.»
  • Sicherheit: Da Elektrofahrzeuge mit hoher Leistung geladen werden, muss die Sicherheit der Elektroinstallation den geltenden Vorschriften entsprechen.

Konzept für weitere Schritte

Als Ergebnis des «E-MobilitätsChecks» erhalten die Kundinnen und Kunden einen Kurzbericht in Form eines Grundlagenpapiers, das unter anderem ein Konzept für den Ausbau, eine Kostenschätzung und Empfehlungen für das weitere Vorgehen enthält. Es soll den Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümern als Grundlage dienen, um anschliessend eine Offerte für den Ausbau der Ladestationen einzuholen. «Der Check ist keine Offerte. Er soll lediglich dabei unterstützen, die weiteren Schritte einzuleiten», betont Tresch. Weil der Bezirk Schwyz federführend ist und die Energieversorgungsunternehmen (EVU) der Region die Hauptakteure des Angebots sind, seien bewusst keine weitergehenden Beratungen enthalten. «Es soll nicht der Anschein entstehen, dass unsere EVU nach der Durchführung des Checks alle Aufträge erhalten. Nach der Beratung können die Personen oder Unternehmen ihre bekannte Elektroinstallationsfirma damit beauftragen und das Grundlagenpapier als Basis übergeben.»

Der «E-MobilitätsCheck» kostet 450 Franken, wovon die auftraggebenden Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer lediglich 150 Franken bezahlen. Zu diesem Vorzugspreis kann der Check pro Liegenschaft einmal bezogen werden. Der Bezirk Schwyz steuert pro Beratung 150 Franken bei, die restlichen Kosten übernehmen die EVU, welche die Abklärungen durchführen, als Eigenleistung. «Mit diesem attraktiven Preis möchten wir Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer dazu motivieren, ihre Optionen auch einmal unverbindlich abzuklären und sich damit zu befassen, was in ihrer Liegenschaft in Sachen Ladeinfrastruktur möglich wäre.»

Bildquelle:
Jakob Härter (CC BY-SA 2.0)

Autorinnen:
Susanne Rutz, Projektleiterin Energie und Klima
Nadine Siegle, Projektleiterin Kommunikation

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Nadine Siegle
Projektleiterin Kommunikation, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
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nadine.siegle[at]pusch.ch