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20 Jahre Umweltwochen in Baden

Vor über 20 Jahren hat die Aargauer Stadt Baden die Umweltwochen ins Leben gerufen und damit schon einiges bewegt. «Dabei muss man nicht immer mit der grossen Kelle anrichten», sagt Projektleiterin Barbara Finkenbrink. «Manchmal genügen auch einfache, kostengünstige Ideen.»

Die Stadt Baden ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Ostaargaus, einer Region mit rund 100'000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Mit den Badener Umweltwochen leistet die Stadtverwaltung seit 20 Jahren gezielte Öffentlichkeitsarbeit für mehr Natur- und Umweltschutz. Bisher fanden die Umweltwochen jährlich während zwei bis drei Wochen und zu verschiedenen Jahreszeiten statt. Künftig will Baden neue Wege gehen und jeweils ein Jahresthema lancieren – 2021 steht die Biodiversität im Fokus.

«Das Programm der Umweltwochen war sehr abwechslungsreich und hat sich für die Öffentlichkeitsarbeit sehr bewährt. Das neue System bietet uns aber noch mehr Möglichkeiten, um ein Thema zu bespielen», sagt Barbara Finkenbrink, die jeweils im Wechsel mit ihren Teamkolleginnen aus der Fachabteilung Stadtökologie die Projektleitung für die Kampagne übernimmt. 

Partner früh einbeziehen

In den letzten Jahren verliefen die Umweltwochen so: Rund ein Jahr vor dem Kampagnenstart fand jeweils ein Brainstorming zum Thema statt. Soviel Vorlauf braucht es, wenn man möchte, dass auch Museen, Bibliotheken und weitere Partner mitmachen. Am Brainstorming nehmen jeweils passend zum Thema verschiedene Abteilungen der Stadt und externe Partner teil – beispielsweise Organisationen aus den Bereichen Naturschutz und Soziales oder Gewerbetreibende. 2018 stand an den Umweltwochen das Thema Stadtklima im Zentrum, 2019 die Nachhaltigkeit. 

Installation im öffentlichen Raum – Aktionen darum herum

Bisher bildete jeweils eine Installation im öffentlichen Raum das Kernstück der Kampagne. 2019 war dies eine Litfasssäule, auf der die Themen Ernährung, Wohnen, Mobilität und Abfall beleuchtet wurden. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, wechselte die Säule ihren Standort. Mal stand sie neben der Stadtbibliothek, mal diente sie als Erkennungsmerkmal an einer öffentlichen Veranstaltung. Manchmal erregte die Säule auch anderweitig Aufmerksamkeit. «Wir haben dieses Ungetüm oft umweltschonend mit dem Handwägeli durch die Stadt kutschiert. Das fiel natürlich auf», so Finkenbrink. 

Veranstaltungen sind das zweite zentrale Element der Umweltwochen. Ein Beispiel aus dem Jahr 2019: Eine Kochaktion mit Ausschussgemüse zur Sensibilisierung zum Thema Foodwaste. «Mit solchen Events erhält die Bevölkerung die Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen», erklärt Finkenbrink. Ergänzt werden diese Aktionen unter anderem mit Medienarbeit, Thementischen in Buchhandlungen und neu auch mit einem Umweltblog. 

«Mit dem Blog haben wir gute Erfahrungen gemacht», sagt Finkenbrink. Er diene als Veranstaltungsagenda und biete die Möglichkeit, einzelne Aspekte der Umweltwochen inhaltlich vertieft und facettenreicher darzustellen. Zudem ist der Blog keine kommunikative Einbahnstrasse, sondern bietet allen Interessierten die Möglichkeit, sich mit eigenen Ideen interaktiv einzubringen und Gastbeiträge zu platzieren. 

So digital die Zeiten sind, das Erleben und die menschliche Begegnung dürfen trotzdem nicht zu kurz kommen: «Verantwortliche von Städten und Gemeinden müssen fassbar sein und Präsenz zeigen, etwa an Informationsständen oder bei gemeinsamen Arbeitseinsätzen und Aktionen», betont Finkenbrink. «Die Menschen wollen ihre Fragen persönlich stellen können, Informationen direkt abholen und einem in die Augen sehen. Nicht bloss Broschüren lesen.»

Das Wichtigste in Kürze

Gemeinde: Baden (AG), www.baden.ch
Einwohnerzahl: 19'000
Projekt: Badener Umweltwochen: www.baden.ch/umweltwochen/
Umweltblog:www.umweltblog.baden.ch
Jahresthema 2021: www.baden.ch/vielfalt-entdecken/
Projektdauer: Seit 1998 jährlich
Projektkosten & -Ressourcen: Das Budget für Sachkosten ist klein. Eine Praktikantin oder ein Praktikant ist jeweils 6 Monate zu 100 Prozent für die Umwelttage angestellt. Die Projektleiterinnen sind übers Jahr gerechnet zu rund 10 Prozent für die Umwelttage tätig.
Weitere Auskünfte: Barbara Finkenbrink, Projektleiterin Stadtökologie Baden, barbara.finkenbrink[at]baden.ch

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Wenn man externe Partner wie Museen einbeziehen möchte, muss man ein Jahr Vorlauf haben.

Barbara Finkenbrink, naturwissenschaftliche Fachspezialistin, Projektleiterin Stadtökologie Baden

 

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