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Blütenpracht zur Freude von Menschen und Natur

Bunte Blumenrabatten werten Ortszentren ästhetisch auf. Je nach Pflanzenwahl, Gestaltung und Pflege erfreuen sie nicht nur die Passantinnen und Passanten, sondern auch die Natur, wie die Beispiele der Städte Basel und Dietikon zeigen.

Ob Frühling, Sommer oder Herbst: Bunte Blumenbeete im öffentlichen Raum sind über die gesamte Vegetationsperiode hinweg ein Hingucker. Die Form- und Farbenpracht hat aber auch ihre Kehrseite. Denn die Bewirtschaftung von Wechselflor ist aufwendig – sowohl in finanzieller wie auch in personeller und materieller Hinsicht. Zudem belastet sie durch den hohen Verbrauch an Energie bei der Pflanzenaufzucht, die intensive Bewässerung sowie den Einsatz von Düngern und Pflanzenschutzmitteln die Umwelt. Problematisch ist auch der Einsatz von Torf. Denn für den Torfabbau werden Moore entwässert, was wertvollen Lebensraum für dort ansässigen, hochspezialisierten Pflanzen- und Tierarten zerstört und grosse Mengen an klimaschädlichem CO2 und Lachgas freisetzt. 

Weniger ist mehr

Um den Aufwand und die negativen Auswirkungen zu reduzieren, hat die Stadt Basel die Wechselflorrabatten auf einige wenige, repräsentative Standorte konzentriert und die Anzahl der Bepflanzungen von jährlich drei auf zwei gesenkt. Dabei setzt sie auf das Prinzip der Mischpflanzung, wie Yvonne Aellen, Leiterin Grünflächenunterhalt Kanton Basel-Stadt, erklärt: Verschiedene Blütenpflanzen werden so kombiniert, dass sie das Erscheinungsbild der Rabatten aufgrund ihrer saisonalen Entwicklung in Bezug auf Formen und Farben laufend verändern. Für Kontraste sorgen Blattpflanzen, wobei dafür auch Gemüsepflanzen wie beispielsweise Mangold oder Küchenkräuter eingesetzt werden. 

Diese Art der Bepflanzung erfordert eine sorgfältige Planung, eine breite Sortenvielfalt und viel Expertenwissen. Sämtliche Pflanzen werden von der Stadtgärtnerei selber angezogen. Diese arbeitet seit einigen Jahren nach den Richtlinien von Bio Suisse und setzt entsprechend auf widerstandsfähige Arten, natürlichen und mechanischen Pflanzenschutz, biologische Düngemittel und torffreie Substrate. Der Schlüssel zum Erfolg liegt gemäss Yvonne Aellen aber auch in einer fachgerechten Pflege durch erfahrene Gärtnerinnen und Gärtner, die die Bepflanzung mit subtilen Eingriffen lenken. Mit gezielten Rückschnitten sorgen sie für eine stete Verjüngung und beugen Krankheiten oder ungünstiger Konkurrenz vor. So gewährleisten sie, dass die Rabatten über Monate ständig blühen und immer wieder neue Akzente setzen. «Die Strategie, sich auf wenige Standorte zu beschränken, diese aber in Topqualität zu führen, hat sich bewährt», ist Yvonne Aellen überzeugt.

Dem Beispiel der Natur folgen

Ökologische und wirtschaftliche Gründe haben auch die Stadt Dietikon dazu veranlasst, wo immer möglich eine einheimische und standortgerechte Dauerbepflanzung gegenüber einer saisonalen Wechselbepflanzung zu bevorzugen. Dietikon setzt deshalb vermehrt auf mehrjährige Staudenrabatten, Wildblumenwiesen, die sich vor allem unter Bäumen sehr bewähren, und Ruderalflächen mit extensiver Bepflanzung. Wechselflor ist deshalb auch hier nur an ausgewählten, repräsentativen Standorten anzutreffen. Diese werden zweimal jährlich als Gruppen- und Mischpflanzungen angelegt. Ziel ist gemäss Gartenbauleiter Thomas Weber, durch ein ausgewogenes Mengenverhältnis der einzelnen Pflanzenarten Strukturen zu schaffen, die natürlichen Vegetationsgesellschaften sehr ähnlich sind. Das reduziert in Kombination mit einer manuellen Pflege den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. «Die wichtigste Massnahme aus Sicht der Biodiversität jedoch sind offene Blüten, die im Gegensatz zu geschlossenen Blüten Insekten Nahrung bieten», wie Thomas Weber weiss.

Nachhaltiger und naturnaher Wechselflor

Auf «Kompass Nachhaltigkeit», der Plattform für nachhaltige öffentliche Beschaffung, steht ein Merkblatt zum Thema «Nachhaltiger und naturnaher Wechselflor» zur Verfügung. Neben Hintergrundinformationen vermittelt es übersichtlich praktische Tipps, Empfehlungen für die Gestaltung und Pflege sowie Textbausteine, die direkt in eine Ausschreibung integriert werden können.

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Die Strategie, sich auf wenige Standorte zu beschränken, diese aber in Topqualität zu führen, hat sich bewährt.

Yvonne Aellen, Leiterin Grünflächenunterhalt Kanton Basel-Stadt

 

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