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Eine Schule engagiert sich für die Nachhaltigkeitsziele

Wie vielfältig ein Engagement einer Schule für die Nachhaltigkeitsziele sein kann, zeigt die Oberstufe Wangen an der Aare in verschiedenen Workshops im Rahmen der Projektwoche «Save our Earth». Entstanden ist ein bunter Strauss an Massnahmen zugunsten der Nachhaltigkeit.

«Hast du gewusst, dass die Klimaänderung die Häufigkeit und Schwere der Naturkatastrophen erhöht?», sagt die Schülerin Anina Freudiger in die Kamera. «Dass im Jahr 2018 mehr als 39 Millionen Menschen von Naturkatastrophen betroffen waren?». Die neunte Realschulklasse der Schule Wangen an der Aare macht in verschiedenen Videobotschaften auf gegenwärtige Herausforderungen der Menschheit aufmerksam. Es war der Auftakt der Projektwoche mit dem Slogan «Save our Earth», in der sich die Schüler:innen mit den globalen Nachhaltigkeitszielen befassen.

Die in verschiedenen Videobotschaften genannten Herausforderungen betreffen die 17 Nachhaltigkeitsziele der UNO-Agenda 2030, zu der sich auch die Schweiz verpflichtet hat. Gerade in den Bereichen Konsum, Klima oder Biodiversität steht die Schweiz nicht gut da. Die Schweizer Klimabewegung bringt dies zum Ausdruck, was unter anderem den Anstoss zu einer Projektwoche gab. «Das Thema zieht bei den Jugendlichen», sagt Erwin Langenegger, stellvertretender Schulleiter und Klassenlehrer an der Oberstufe, «deshalb wollten wir uns als Schule für die Nachhaltigkeitsziele engagieren.» Eine Projektwoche eigne sich da besonders, weil man über einen längeren Zeitraum ein Thema vertiefen und somit intensiv dranbleiben könne.

Produktion und Konsum beleuchten

Dran blieben die Schüler:innen beispielsweise beim Thema Konsum, das sich durch viele der insgesamt zehn Workshops zog: Alte Kleidungsstücke verarbeiteten die Jugendlichen zu Taschen oder anderen Accessoires; kaputte Gegenstände verwandelten sie im Upcycling-Workshop in Kunstwerke oder erarbeiteten Tipps und Tricks für eine längere Nutzungsdauer von Handys und anderen Elektrogeräten.   

Ein bewusster Konsum ist auch beim Thema Ernährung wichtig. Denn gemäss Bundesamt für Umwelt macht die Ernährung rund einen Drittel der gesamten Umweltbelastung einer Person in der Schweiz aus. Einer der zehn Workshops wurde von der Stiftung Pusch durchgeführt. Die Jugendlichen lernten Strategien zur Vermeidung von Food Waste, wie beispielsweise Einkaufsplanung, korrekte Lagerung von Lebensmitteln, die Bedeutung der Haltbarkeitsdaten oder der Umgang mit Resten. Davon ist auch nach der Projektwoche im Schulalltag einiges spürbar: «Die Jugendlichen legten anschliessend im WAH-Unterricht grossen Wert darauf, nicht zu viel zu kochen», berichtet Langenegger.  

Um die Ernährung drehte sich auch die Exkursion ins Agrarmuseum Burgrain in Alberswil, wo die 87 Schüler:innen Elemente einer nachhaltigen Landwirtschaft kennenlernten. Auch produzierten die Klassen dort selber Süssmost, backten Muffins aus nicht ganz schön aussehenden Äpfeln und stellten eigenes Kräutersalz her. Neben dem Konsum war also auch die Produktion ein Thema der Woche.

Etwas sichtbar machen

Dass aus einer Projektwoche Sichtbares entsteht, ist auch Erwin Langenegger wichtig: «Die Schülerinnen und Schüler sehen so, dass etwas gegangen ist.» Noch besser ist es, wenn das Gelernte nachhaltig bleibt. Deshalb war ein Team von Schüler:innen unterwegs, das konkrete Verbesserungsvorschläge für die Schule ausarbeitete. Die Jugendlichen analysierten unter anderem die Schulhausumgebung und entdeckten Flächen mit geringer Artenvielfalt. Auch der Papierverbrauch wurde kritisch hinterfragt, einerseits beim Kopieren, andererseits beim Händetrocknen. Weitere Bereiche betrafen den Strom oder den Umgang mit Abfällen.

Die Schüler:innen übergaben die Verbesserungsvorschläge dem Lehrpersonenteam, welches diese positiv aufnahm. «Wir sind uns bewusst, dass wir eine gewisse Vorbildfunktion haben», erklärt Langenegger. «Wir wollen uns ja als gesamte Schule mehr in Richtung Nachhaltigkeit bewegen, da gehören die Lehrpersonen auch dazu.» Die Jugendlichen haben zudem bewirkt, dass bei den Lavabos seit der Projektwoche Zettel hängen, die um einen sparsamen Papierverbrauch bitten. Auf dem Schulhausareal wurden Blumen angesät und anlässlich eines Gesprächs mit der Gemeinde bezüglich einer Photovoltaikanlage auf dem Schulgelände wurde erfreut festgestellt, dass Bestrebungen für erneuerbare Energiegewinnung bereits im Gange sind.

Verschiedene Workshops, ein gemeinsames Ziel

Die Oberstufenschüler:innen arbeiteten während der Woche in verschiedenen Workshops. Dennoch wurden bewusst verbindende Elemente wie ein gemeinsamer Start, zwei gemeinsame Mittagessen sowie ein Abschluss mit allen geplant. «Diese Gemeinschaftsaspekte waren uns wichtig, denn schliesslich engagierte sich die gesamte Oberstufe für dasselbe», sagt Langenegger. Damit am Ende alle einen Einblick in die vielfältigen Workshops erhielten, war ein eigenes 13-köpfiges Medienteam unterwegs. Die Jugendlichen filmten, fotografierten, interviewten, twitterten und texteten. Die am Ende der Woche entstandene Zeitung «Der Alleswisser» fand schliesslich den Weg zu Familien und Bekannten nach Hause und sorgte für freudige Rückmeldungen: «Wir haben viele positive Reaktionen bekommen», blickt Erwin Langenegger auf die Woche zurück.

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