«Die Gruppe soll einen Mikrokosmos der Gemeinde abbilden»

Der Stadtrat von Uster (ZH) verabschiedete im Februar den «Massnahmenplan Klima». Dieser sieht unter anderem ein Bürgerpanel vor, das sich mit klimarelevanten Fragen auseinandersetzen soll. Was es damit auf sich hat, erläutert Sarina Laustela, Leiterin der Leistungsgruppe Umwelt, im Interview.
Was ist das Ziel der Partizipation beim «Massnahmenplan Klima»?
Wir erhoffen uns durch den «Massnahmeplan Klima» eine Diskussion über den Klimawandel in der breiten Bevölkerung. Denn nur wenn die Bevölkerung bei diesem Thema, insbesondere im Bereich Konsum und Ernährung, auch mitzieht, kann es zu Verhaltensänderungen und damit zu Ressourceneinsparungen und einem geringeren Ausstoss von Treibhausgasen kommen.
Sie haben als Beteiligungsform das Bürgerpanel gewählt. Wieso?
Es ist ein spannendes Projekt, das in dieser Form in der Deutschschweiz bis jetzt noch nie durchgeführt wurde. Die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich hat uns angefragt, ob wir an einem solchen Pilotprojekt interessiert wären. Und da dies optimal zum Massnahmenplan und unserem Kommunikationskonzept passt, haben wir sofort zugesagt.
Wie muss man sich das Bürgerpanel vorstellen?
Die teilnehmenden Personen erarbeiten im Verlauf von zwei Wochenenden eine Empfehlung, einen Bericht oder einen Vorstoss zuhanden der Bevölkerung oder der Behörden. Dafür erhalten sie vorab fachliche Inputs und können beispielsweise auch selbst ausgewählte Referentinnen oder Referenten anhören. Der Prozess ist bewusst ergebnisoffen gestaltet.
«Nur wenn die Bevölkerung mitzieht, kann es zu Verhaltensänderungen kommen. »
– Leiterin Leistungsgruppen Abfall und Umwelt, Uster (ZH)
Wie wählen Sie die Teilnehmenden aus?
Es werden 2000 zufällig ausgeloste Einwohner:innen mit der Frage angeschrieben, ob sie Interesse hätten mitzumachen. Von den interessierten Personen werden wiederum 20 Personen ausgelost, die dann am Panel teilnehmen können. Wir achten darauf, dass diese Gruppe möglichst die gesamte Bevölkerung repräsentiert und damit einen Mikrokosmos der Gemeinde abbildet. Wissenschaftlich begleitet werden wir dabei vom Zentrum für Demokratie der Universität Zürich.
Weshalb haben Sie das Fokusthema «Ernährung und Konsum» vordefiniert?
In diesem Bereich kann jede und jeder selbst etwas beitragen und deshalb auch mitdiskutieren. Konsum und Ernährung verursachen je nach Berechnung rund ein Drittel unserer Umweltauswirkungen. Entsprechend wichtig ist es, auch bei diesem Thema anzusetzen, wenn wir die Klimaerwärmung begrenzen wollen.
Mit welchen Resultaten rechnen Sie – und bis wann?
Die geplanten Wochenenden werden voraussichtlich im Spätsommer 2021 stattfinden. Die Ergebnisse sind, wie erwähnt, im Voraus nicht definiert. Was wir jedoch erwarten und uns erhoffen, ist, dass das Thema in Uster vermehrt diskutiert wird und wir mittels verschiedener Kanäle zur Sensibilisierung der breiten Bevölkerung beitragen können.
Der Artikel ist im «Thema Umwelt» 2/2021 erschienen.
Titelbild: Alexander Geisler