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Schnitzeljagd fördert spielerisch das Recycling

Actionbound mit Kindern

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4 Minuten Lesezeit

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Das Modul «Leons Reise in die Welt des Recyclings» der Stiftung Pusch schickt Kinder auf eine interaktive Recycling-Schnitzeljagd an der frischen Luft. Auf spielerische Weise erfahren sie mit dem sogenannten Actionbound etwa, weshalb die Entsorgung von alten Elektrogeräten so wichtig ist.

Auf einer Schnitzeljagd von Sammelstelle zu Sammelstelle gehen und gemeinsam auf dem Tablet Fragen rund um Recycling beantworten: Das bietet das Modul «Leons Reise in die Welt des Recyclings» der Stiftung Pusch. Konkret helfen Schülerinnen und Schüler Leon, dem fiktiven Jungen in der Geschichte, beim Entsorgen verschiedener Gegenstände.

Nah an der Lebenswelt der Kinder 

Diese multimediale Erlebnistour nennt sich Actionbound. Mit der gleichnamigen App können spannende, lustige und lehrreiche Smartphone- und Tablet-Rallyes gespielt werden. Das Prinzip ist ähnlich wie bei einer klassischen Schnitzeljagd oder bei Geocaching. Erweitert wird es bei den Actionbounds jedoch durch Medieninhalte, das Internet und die Möglichkeit für die Spielenden, selbst etwas beizutragen. Der Recycling-Actionbound umfasst Fragen zu Wertstoffen wie beispielsweise Glas, PET, Textilien, Batterien, Elektrogeräte oder Metall. Die Fragen können Lehrpersonen in wenigen Schritten auf den eigenen Schulstandort anpassen und mit ihren Klassen spielen. Die Schüler:innen lösen Aufgaben zu den unterschiedlichen Wertstoffen an verschiedenen Sammelstellen. Sie verknüpfen so das theoretische Wissen direkt mit ihrer Lebenswelt und erlernen Handlungskompetenzen. Der spielerische Ansatz erleichtert überdies vielen Kindern den Zugang zu einem Lerngegenstand, was sie wiederum motiviert.

Kleiner Anteil, grosse Wirkung

Kinder sollten wissen, wo die Sammelstellen sind und was sie dort recyceln können. Denn dies ist die Grundlage für ein funktionierendes Recycling – und nützt wiederum der Umwelt. Gemäss Berechnungen des Umweltberatungsunternehmens Carbotech AG ist der gesamte Nutzen des Recyclings in der Schweiz vergleichbar mit den Auswirkungen, welche die Stadt Basel auf die Umwelt hat. 75 Prozent dieses Umweltnutzens entstehen durch das Recycling von Elektrogeräten, obwohl deren Gewichtsanteil nur knapp fünf Prozent beträgt.

Es ist unbestritten, dass Recycling sinnvoll ist. Dennoch sollte man auch versuchen, Abfall zu vermeiden.

Da die Neugewinnung der in den Geräten verbauten Metalle sehr umweltbelastend ist, schneidet das Recycling viel besser ab. Deshalb lernen Schülerinnen und Schüler mit dem Actionbound von Pusch auch, wo sie alte Elektrogeräte entsorgen können. Es ist also unbestritten, dass Recycling sinnvoll ist. Dennoch sollte man auch versuchen, Abfall zu vermeiden. Leon führt die Schülerinnen und Schüler deshalb auch an Themen wie die Weiterverarbeitung von Altkleidern oder die Reparatur von Elektrogeräten heran. Das Wissen wird dann im Klassenzimmer durch eine sogenannte Placemat gesichert. Mit dieser Unterrichtsmethode können die Schülerinnen und Schüler ihre Handlungsabsichten festhalten.

Am besten für die ganze Schule nutzen

Der für den Zyklus 2 empfohlene Actionbound fördert nicht nur Umweltschutz-Kompetenzen, sondern auch viele methodische und soziale Kompetenzen. Entdecken, interaktives und selbstständiges Lernen, mit anderen Kindern zusammenarbeiten, mit ungewohnten Situationen zurechtkommen oder Zeit einteilen – die Erfahrungen aus Unterrichtsbesuchen von Pusch zeigen, dass Kinder diese ergänzende Art von Lernen schätzen.

Die interaktive Schnitzeljagd «Leons Reise in die Welt des Recyclings» eignet sich vor allem für Projektwochen mit altersdurchmischten Gruppen. Hier können auch Schülerinnen und Schüler des Zyklus 1 mitgehen und alle Kinder lernen so voneinander. Wenn der Actionbound einmal auf den jeweiligen Standort der Schule angepasst ist, können ihn mehrere Gruppen spielen, was den Vorbereitungsaufwand für die Lehrpersonen reduziert. Ausserdem verknüpft das Angebot Lernen mit Bewegung an der frischen Luft und ist sowohl im Sommer als auch im Winter nutzbar.

Der Artikel ist in «Bildung Schweiz» 1/2022 erschienen.
Titelbild: Pusch


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