04.10.2016

Gebäude sanieren für das Klima

Thema Umwelt «3/2016»

Der Gebäudesektor spielt eine wichtige Rolle für die Schweizer Klimaziele. Die Potenziale für mehr Klimaschutz sind gross, das technische Knowhow dazu ist vorhanden. Neubauten sind bereits auf gutem Weg. Die grosse Herausforderung liegt im Bestand. Um die Sanierungsrate zu erhöhen, braucht es einen guten Mix an Auflagen, Fördergeldern und Information.

Seit dem Pariser Klimaabkommen ist die Sachlage klar. Das Ziel, die Erderwärmung deutlich unter zwei Grad Celsius zu stabilisieren, ist beschlossen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Treibhausgasemissionen in allen relevanten Bereichen stark sinken. Noch immer geht rund ein Drittel der Treibhausgas-Emissionen auf das Konto der Gebäude – entsprechend gross sind hier die Möglichkeiten für Einsparungen. 

Dabei lassen sich Energieverbrauch und CO2-Emissionen im Gebäudebereich dank neuer Technologien ohne Verhaltensänderungen oder Komforteinbussen reduzieren. In den Bereichen Mobilität oder Ernährung ist dies um einiges schwieriger. Vor allem der Ersatz von fossil betriebenen Heizsystemen hat grosses Potenzial, zumal Alternativen längst zur Verfügung stehen. 

Die Richtung ist klar, erste Schritte sind getan. Insgesamt haben die Treibhausgasemissionen trotz anhaltender Bautätigkeit abgenommen. Dies ist verschiedenen Massnahmen wie dem Gebäudeprogramm, der CO2-Abgabe auf Brennstoffen oder der Umsetzung der Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich – den sogenannten MuKEn – zu verdanken. Doch gibt es noch viele ungenutzte Potenziale. Die grosse Herausforderung liegt heute bei den erneuerungsbedürftigen Gebäuden im Bestand. Seit Jahren liegt die Sanierungsrate bei knapp einem Prozent. Wenn es gelingt, diese zu verdoppeln und gleichzeitig den Einsatz von Wärmepumpen und Solarwärme zu fördern, wäre ein wichtiger Schritt in Richtung der Schweizer Klimaziele getan. Dieses Ziel soll primär mit einer Stärkung des Gebäudeprogramms und einer Weiterentwicklung der MuKEn mit der Revision 2014 erreicht werden. 

Neben den Kantonen kommt auch den Gemeinden eine wichtige Rolle zu. Sie sind Eigentümerinnen von Immobilien, Planungs- und Bewilligungsbehörde, Akteurinnen der lokalen Energieversorgung und oft erste Anlaufstelle für die Bevölkerung. Für die Gemeinden wäre es hilfreich, wenn die Kantone die MuKEn 2014 bald ins kantonale Recht umsetzen würden. Verlässliche kantonale Vorschriften sind für die kommunale Energiepolitik eine wichtige Rahmenbedingung. Energiepolitisch engagierte Gemeinden können aber bereits heute ihren Spielraum nutzen und über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen. Die Berner Gemeinde Münsingen etwa stellt jetzt schon die Weichen für eine nachhaltige Energieversorgung: Sie hat im kommunalen Baureglement die Begrenzung von nicht-erneuerbarer Energie auf 50 Prozent festgelegt.

Die aktuelle Ausgabe von «Thema Umwelt» zeigt, wo die Potenziale im Gebäudepark liegen, stellt die neuen Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich zur Diskussion und stellt die etablierten Förderinstrumente vor. Ein konkretes Beispiel zeigt, wie Gemeinden ihren Handlungsspielraum nutzen können, um im Gebäudepark wichtige Rahmenbedingungen für mehr Klimaschutz zu setzen.

«Thema Umwelt» 3/2016 kann für CHF 15.– plus Versandkosten bezogen werden bei Pusch, Hottingerstrasse 4, Postfach 211, 8024 Zürich, 044 267 44 11, mail@pusch.ch, www.pusch.ch/themaumwelt. Das Jahresabonnement (4 Ausgaben) kostet CHF 50.–.

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Priska Messmer
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