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Naturoase Lichtensteig

Natur zum Naschen

In Lichtensteig (SG) sollen die knapp 1900 Einwohner:innen «leben und nicht nur wohnen wollen». So formuliert es die Strategie «Mini.Stadt 2025» der Toggenburger Gemeinde. Sie beinhaltet Ziele in allen Lebensbereichen, von den Finanzen bis zur Kultur. Natürlich darf darin auch die Biodiversität nicht fehlen. «Häufig denkt die Bevölkerung, es gebe ja schon so viel Wald rundherum. Doch damit ist es noch nicht getan», betont Sarah Brümmer, Grünstadt-Beauftragte in Lichtensteig. Es brauche viel mehr, um die Artenvielfalt zu erhalten, zum Beispiel mehr Trockenmauern oder Blumenwiesen im Siedlungsraum. In Lichtensteig existiere glücklicherweise noch eine Population der Geburtshelferkröte, auch bekannt als Glögglifrosch, oder des Mauerseglers. Die beiden Arten stehen jedoch auf der roten Liste der bedrohten Tierarten. Im Rahmen ihres Engagements für die Biodiversität hat sich die Gemeinde das Grünstadt-Label zum Ziel gesetzt. «Wir sind keine grosse Gemeinde, aber wir möchten unsere Flächen optimal nutzen. Das macht unsere Lösungen kreativ», ist Brümmer überzeugt. Das Ziel sei, auch den kleinsten Flächen, die in grösseren Städten vielleicht vergessen gingen, so viel wie möglich zu entlocken.

Für Geniesser aller Art

Für die Gemeinde ist wichtig, dass Mensch und Natur sich begegnen. Denn: «Wer sich als Teil von seiner Umwelt fühlt, sorgt sich auch mehr um sie», betont Brümmer. Unter dem Projektnamen «Genuss für Mensch und Natur» will Lichtensteig die Natur für die Bevölkerung erlebbar und für die Tierwelt attraktiver gestalten. Genuss ist dabei wörtlich zu verstehen: Wer will, kann sich beim Spaziergang an Beerensträuchern oder Birnenbäumen bedienen, beim Mini-Apothekengarten etwas über Heilkräuter lernen oder die eigenen Rezepte mit essbaren Wildkräutern aufpeppen. Gleichzeitig entstehen dadurch Oasen für Insekten, Amphibien oder Vögel.

Wo Frösche überwintern

Ergänzt wird der Naschweg durch Steinstrukturen. Am auffälligsten ist die Steinlinse im grünen Hang. Sie besteht aus unterschiedlich grossen Steinen und reicht einen Meter tief in den Boden. Zwischen den Steinen finden Amphibien einen Rückzugsort für die Überwinterung. Die Temperatur bleibe in einem Meter Tiefe relativ konstant und biete den Amphibien so ein gutes Überwinterungsquartier. «Wir haben hier schon ein grosses Amphibienvorkommen. In der Nähe gibt es zum Beispiel ein Feuersalamander-Laichgewässer.» Im Hang seien viele Frösche, Kröten und Eidechsen anzutreffen. «Mit dieser Oase reagieren wir also auf etwas, das sich hier bereits abspielt, und werten den Lebensraum auf.»

Im Video zeigt Sarah Brümmer die Lichtensteiger Oase mit all ihren Eigenheiten:

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Lesen Sie mehr zu der Oase in Lichtensteig in der Ausgabe 4/2021 von «Thema Umwelt».