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Geplante Naturoasen 2022

Gut Ding will Weile haben

Um ein nachhaltiges Resultat sicherzustellen, welches langfristig der Biodiversität zugutekommt, kann es sinnvoll sein, Aufwertungen genügend Planungs- und Entwicklungszeit zuzugestehen. Dass Ende 2021 von 22 geplanten Naturoasen erst 18 erfolgreich umgesetzt sind, verspricht, dass die restlichen vier fundiert geplant werden konnten. Sie werden nach Abschluss des Pusch-Projekts «Naturoasen, jetzt!» noch umgesetzt werden.
Nicht nur diese «Nachzügler» werden sich nächstes Jahr noch praktisch mit dem Thema Biodiversität befassen. Auch einige der fertiggestellten Oasen werden im kommenden Jahr beträchtlich erweitert, ergänzt und optimiert. Denn wie die Natur selbst, werden sich alle Naturoasen langfristig weiterentwickeln. Dazu sind auch die regelmässige und langfristige naturnahe Pflege sowie etwas Geduld unverzichtbar.

Vorfreude ist die beste Freude

Der Naturoasen-Projektstart kreuzte sich leider mit der Covid-19-Pandemie, welche seit da ganz oben auf der Aktualitätenliste der Gemeinden steht. Biodiversitäts-Aufwertungen hingegen rutschen auf der Liste nach unten. Umso mehr freut es, dass einige der ursprünglich geplanten Projekte zwar mit etwas Verzögerung, aber doch noch umgesetzt werden. In den Gemeinden Sargans (SG), Wittenbach (SG) und Sissach (BL) darf man gespannt sein, wie die geplanten Naturoasen im nächsten Jahr die Gemeinden bereichern werden. Eine weitere Gemeinde im Kanton Basel-Land wird eine weitläufige Naturoase umsetzen, dies aber erst im kommenden Jahr kommunizieren. Wir geniessen auf jeden Fall die Vorfreude auf die kommenden praktischen Umsetzungen!

Ein Mann hält einen Plan in der Hand.

Eine Biodiversitätskommission für Sargans

Das Thema Biodiversität wird, wenn überhaupt, oft nur lose an eine kommunale Kommission angehängt, welche gleichzeitig für verschiedenste Themenbereiche zuständig ist: Von Energie über Sicherheit bis hin zu Entsorgung. Die Gemeinde Sargans schlägt mit der Gründung einer «Kommission Biodiversität» einen neuen Weg ein. Die Kommission entlastet die Behörden, bringt Fachwissen ein und verankert fokussierte Bemühungen zur Erhöhung und zum Erhalt der Biodiversität nachhaltig in der Gemeinde.

Die Kommission übernahm denn auch die ersten Pläne von Pusch für einen gut 1’000m² grossen, naturnahen und biodiversen Lebensraum mitten im Siedlungsgebiet und setzte die Planung fort. Da es sich dabei um eines der ersten Praxisprojekte handelte, nahm sich die Kommisssion bewusst genügend Zeit für eine solide Planung. Die Umsetzung startet deshalb erst 2022. Besonders an der künftigen Oase ist, dass dafür extra gemeindeeigenes Bauland für die bleibende Biodiversitätsförderfläche ausgeschieden wurde. Die Umsetzung wird gemeinsam mit der Bevölkerung angegangen.

Lokale Pflanzen für die lokale Aufwertung in Wittenbach

In Wittenbach war ein Event geplant, bei dem mit der Bevölkerung eine Wildhecke verlängert und eine Rasenfläche daneben in eine vielfältige Naturwiese umgewandelt werden sollte. Und auch die Wiese sollte durch Initialpflanzungen einheimischer Stauden aufgewertet werden. Die dafür notwendigen Pflanzen organisiert der lokale Förster. Leider musste der Anlass Ende Herbst aufgrund von krankheitsbedingten Ausfällen verschoben werden. Die Gemeinde organisiert die Aktion inklusive Verpflegung der Helfenden deshalb neu im kommenden Jahr. Sie nutzt die Gelegenheit gleich dazu, eine neue Biodiversitäts-Broschüre vorzustellen.

Ergänzend zu den Neupflanzungen der Heckenstauden wird Wittenbach besonders auf die Entstehung eines ausgiebigen Krautsaums achten. Dieser zentrale Bestandteil einer Wildhecke wird auf landwirtschaftlichen Flächen aus Platzgründen oft vernachlässigt. Das Stehenlassen eines Krautsaums ist Teil der Pflege und muss klar mit der dafür zuständigen Person vereinbart sein.

Wie in den meisten porträtierten Beispielen sollen diese Aufwertungen unmittelbar neben der Gemeindeverwaltung und dem Werkhof nicht die letzten bleiben. Mehrere weitere tolle Projekte werden die Wittenbacher Biodiversität im kommenden Jahr stärken und gleichzeitig einen Beitrag zu einem verträglichen Lokalklima leisten. Unter dem Projektnamen «Grünes Wittenbach» werden beispielsweise grössere Parkplatzflächen aufgewertet. Diese werden teils zusätzlich bepflanzt, teils entsiegelt und dann weiter aufgewertet. Die motivierte Bevölkerung darf oft bei solchen Projekten mithelfen und meldet sich normalerweise zahlreich auf die Mithilfeaufrufe.

Eins nach dem anderen in Sissach

In Sissach (BL) war pünktlich zum nationalen Naturschutztag 2021 eine gemeinschaftliche Aufwertung mit der Bevölkerung geplant. Da ein Grossteil der Aufwertungen von verzögerten Umgestaltungsarbeiten auf einem Schulareal verhindert wurden, musste der Event nun um ein Jahr verschoben werden. Im Herbst 2022 werden die Flächen bereit sein für die neuen, einheimischen Naschhecken und weitere schöne Förderstrukturen.

Saubere Planung für einen nachhaltigen, ökologischen Mehrwert

In Bottmingen sind früh Potenziale für Biodiversitäts-Aufwertungen erkannt worden. Pusch durfte bereits anfangs 2020 eine professionelle Beratung und Besichtigung einer möglichen Naturoasen-Fläche an der «Spitzacker-Promenade» finanzieren. Die Promenade wird rege begangen und zieht sich, inklusive umgebenden Grünstreifen, über eine lange, zusammenhängende Strecke durch die Gemeinde. Um zur optimalen Planung der Aufwertungen zu gelangen, wurde das Projekt von der Gemeinde über das Jahr 2021 mit zusätzlichen Partner:innen weiterentwickelt. Anfangs 2022 war das Aufwertungsprojekt soweit, öffentlich vorgestellt zu werden. Neben der Natur und Biodiversität stehen dabei weiterhin Naherholung und die Ermöglichung von Naturerlebnissen im Fokus. Der Miteinbezug der Bevölkerung sorgt auch in diesem Beispiel dafür, das wichtige Thema Biodiversität in die privaten Gärten hinauszutragen und den Rückhalt in der Bevölkerung sicherzustellen. Der ansprechende Projektflyer und weitere Entwicklungen und Bilder werden auf der Webseite der Gemeinde aktuell gehalten.