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Naturoase Hohe Promenade

Eine zukunftsweisende Naturoase im Zentrum der Grossstadt

Eine Naturoase mitten in der Stadt Zürich? Warum nicht! Die Bezeichnung für den aufgewerteten Grünraum der Kantonsschule Hohe Promenade könnte kaum passender sein. Und das trotz der Nähe zum direkt unterhalb liegenden, vielfrequentieren Bahnhof Stadelhofen. Doch nicht nur dieser Kontrast ist bemerkenswert: Die Zürcher Naturoase bildet spannende Brücken zwischen verschiedensten Nutzungen und Ansprüchen und zeigt Synergien auf. Gleichzeitig führt sie aber auch vor Augen, wie schnell ein simples Kleinprojekt an Komplexität zulegen kann.

Nachhaltige Bildung durch die Verknüpfung von Theorie und Praxis

Die Fläche wurde von Schülerinnen und Schülern der Kantonsschule Hohe Promenade ausgestaltet. Dank dem engagierten Einsatz von Geografie-Lehrerin Monica Stoop konnte das Ergänzungsfach beziehungsweise der Präferenzkurs Geografie zum Thema Biodiversität angeboten werden: «Wir haben 7 Gruppen à 2 bis 4 Personen gebildet und jede Gruppe wählte gemäss ihrem Interesse ein Element aus (Blumenwiese, Staudenwiese, Ruderalfläche, Bienenhotel, Bekämpfung invasiver Neophyten, Asthaufen und Nistkisten für Vögel und Fledermäuse). Die Schüler:innen haben sich zuerst selbständig über die Bedeutung ihres Elementes für die Biodiversität, dessen Umsetzung und dessen Anforderungen an langfristigen Unterhalt informiert – und dann haben wir die Strukturen an einem Einsatztag gemeinsam umgesetzt.» Eine von den Schülerinnen und Schülern erstellte Projektwebsite begleitet das Projekt. 
Diese praxisorientierte Unterrichtsform ist bei den Jugendlichen gut angekommen, meint Monica Stoop: «Ihr Stolz nach getaner Arbeit war unverkennbar, die Freude an den persönlich umgesetzten Elementen gross! Durch diese Vernetzung von Theorie und tatkräftiger Umsetzung können die Schüler:innen sich mit der Thematik identifizieren, das Ganze wird für sie mit vielen guten Erinnerungen verknüpft und neben dem Gewinn an Wissen kann auch eine naturfördernde Wertehaltung gefestigt werden.»

Einfach und zugleich komplex?

Das Beispiel der Kantonsschule zeigt einmal mehr: Jeder und jede kann zur Förderung der Biodiversität im Siedlungsgebiet beitragen. Nötiges Grundlagenwissen lässt sich dank Online-Inhalten schnell aneignen. Einen Einstieg kann beispielsweise die Toolbox von Pusch bieten. Auch eine geeignete Fläche ist fast überall zu finden. Das zeigt der Garten neben der Kantonsschule mitten in Zürich sehr eindrücklich.
Das Beispiel zeigt aber auch, wo es komplizierter werden kann. Der Erhalt einer Bewilligung zur Aufwertung öffentlicher Flächen bringt einige Abklärungen mit sich und oft sind schnell verschiedenste Parteien involviert. Da das Areal nicht der Kantonsschule gehört, musste die Stadt als Besitzerin miteinbezogen werden. Glücklicherweise geht Grün Stadt Zürich im Bereich der Biodiversitätsförderung stets mit gutem Beispiel voran und so wurde die Oase schnell möglich. Für die Bewilligung zur Aufwertung der konkreten Fläche musste aber auch ein Immobilienverwalter der Stadt sowie die Gartendenkmalpflege miteinbezogen werden. Zusammen mit den Lehrpersonen, der Schulleitung, der Hauswartung und Pusch kommt so bereits eine stattliche Gruppe zusammen, welche es zu koordinieren gilt. 

Mehrfache Nutzung, vielfacher Nutzen

Dies soll aber nicht vor privaten Fördermassnahmen oder der Anregung von Biodiversitäts-Projekten in Gemeinden und Städten abschrecken. Im Gegenteil zeigt das Beispiel, dass auch auf zentralen Flächen mit vielerlei Nutzungsansprüchen Förderung zugunsten der Artenvielfalt stattfinden kann. Oft erfährt man bei den jeweiligen Verwaltungsstellen und weiteren Akteuren viel Verständnis und eine grosse Bereitschaft zur Unterstützung. Sei dies in Form einer Bewilligung, auf einer öffentlichen Fläche Strukturen umzusetzen, durch materielle, finanzielle, beratende Unterstützung - oder die Gemeinde nimmt sogar selber die Idee auf und es entsteht ein öffentliches Projekt daraus.
Die Naturoase selber wird rege als Ort zum Verweilen und für Mittags-Picknicks genutzt. Sie beheimatet Streifen von Wildblumenwiesen, eine Ruderalfläche, ein Staudenbeet und Nisthilfen. Neophytenbestände wurden entfernt und die langfristige Pflege der Strukturen durch die Hauswartung, ein externes Gartenbauunternehmen sowie die Schüler:innen selber geplant.