Positionen für den Umweltschutz von morgen

16.12.2020

Dringender Kurswechsel

Leitartikel «Thema Umwelt» 4/2020

Im Jahr 2019 hat der Bundesrat beschlossen, dass die Schweiz bis 2050 klimaneutral sein soll. Das bedeutet, dass wir in knapp 30 Jahren unter dem Strich keine Treibhausgasemissionen mehr verursachen dürfen. Nur so lässt sich die globale Klimaerwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius begrenzen. Das Ziel ist also klar. 

Verändern heisst vermeiden

Ein Drittel des CO2-Ausstosses der Schweiz geht auf das Konto des Verkehrs. Die Emissionsreduktion im Verkehrssektor ist also essenziell für die Zielerreichung. Die bisherige Herangehensweise lässt uns nach Alternativen für die aktuellen Mobilitätsgewohnheiten suchen. Doch die Devise muss lauten: Erst vermeiden, dann verlagern und erst an dritter Stelle verbessern. In erster Linie sind Lösungen gefragt, um den Verkehr zu reduzieren respektive gar nicht erst entstehen zu lassen. Zweite Priorität hat die Verlagerung, insbesondere vom motorisierten Individualverkehr auf andere, ressourcenschonende Mobilitätsformen. Denn die Emissionen der privaten Fahrzeuge fallen mit Abstand am meisten ins Gewicht – bislang ohne Aussicht auf Besserung. Erst wenn die Vermeidung und Verlagerung ausgereizt sind, steht die Verbesserung innerhalb der bestehenden Mobilitätsgewohnheiten, wie etwa die Förderung von alternativen Antrieben, im Fokus.