Positionen für den Umweltschutz von morgen

29.06.2020

Grüne Oase statt Hitzeinsel

Leitartikel «Thema Umwelt» 2/2020

Die steigenden Temperaturen stellen Gemeinden und Städte vor neue Herausforderungen. Mit den richtigen Massnahmen sind sie jedoch in der Lage, den Siedlungsraum an die wachsende Hitzebelastung anzupassen und gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität zu leisten. Und beides ist dringend nötig: Dichte Bebauung und ein hoher Versiegelungsgrad führen dazu, dass mehr Sonnenenergie gespeichert wird und weniger Luft zirkulieren kann. Im urbanen Gebiet entstehen immer mehr Hitzeinseln. Gleichzeitig hat die Artenvielfalt in der Schweiz in den vergangenen hundert Jahren einen starken Rückgang erlebt. Hierzulande sind rund 36 Prozent der Arten gefährdet. Neben dem Klimawandel und hohen Ressourcenverbrauch ist der anhaltende Verlust der Biodiversität eine der Hauptherausforderungen der heutigen Umweltpolitik. Und der Klimawandel bedroht die Artenvielfalt zusätzlich. In dieser doppelten Krise muss die ökologische Infrastruktur ausgebaut werden.

Die gute Nachricht: Viele Anpassungen, die im öffentlichen Raum einen Kühleffekt bewirken, steigern die Lebensqualität und fördern gleichzeitig die Biodiversität. Mit naturnah gestalteten Grünräumen, Gebäudebegrünung oder widerstandsfähigen Baumbeständen kann der Siedlungsraum auf natürliche Weise gekühlt werden. Ein 50-jähriger Baum erbringt die Kühlleistung von zehn Klimaanlagen mit 20 bis 30 Watt. Gleichzeitig sind Bäume grossartige Lebensräume: So beherbergen Stiel- oder Traubeneichen bis zu 500 Arten, die stark von diesen Bäumen abhängig sind. Der Stadtpark im Zentrum ist dabei ebenso wichtig wie die Baumalleen und grünen Aussenräume im Quartier am Stadtrand. Das setzt aber voraus, dass beim Wachstum der städtischen Gebiete und Agglomerationen die Natur nicht vergessen geht, sodass die Biodiversität bereits in der Planung mitgedacht wird.

Kontakt

jennifer-zimmermann.jpg

Jennifer Zimmermann
Leiterin Gemeindeangebote und Erwachsenenbildung
Mitglied der Geschäftsleitung
044 267 44 61
jennifer.zimmermann[at]pusch.ch