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Nachhaltige IT-Beschaffung: Praxistipps für Gemeinden

Hände, die auf einer Laptop-Tastatur etwas tippen. Daneben liegen ein Handy und ein Dokument zu nachhaltiger Beschaffung.

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3 Minuten Lesezeit

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Wie beschaffen Gemeinden IT-Geräte möglichst nachhaltig? Wer ökologische und soziale Auswirkungen über den gesamten Lebenszyklus der Geräte berücksichtigt, schafft die Grundlage für eine nachhaltige Beschaffung. Der grösste Hebel liegt dabei oft vor dem eigentlichen Kaufentscheid.

IT-Geräte gehören schon lange zur Grundausstattung jeder Gemeindeverwaltung. Die Produktion der Geräte ist ressourcenintensiv und in globale Lieferketten eingebunden. Rohstoffabbau, Energieverbrauch und Arbeitsbedingungen wirken sich auf Umwelt und Menschen weltweit aus.

Die grössten Hebel liegen vor der Beschaffung

Nachhaltige IT-Beschaffung beginnt nicht beim Angebot, sondern bei der kritischen Bedarfsprüfung: Muss überhaupt (neu) beschafft werden? Lässt sich ein Gerät länger nutzen, reparieren oder aufrüsten? Kommen ein wiederaufbereitetes Gerät oder ein Mietmodell infrage?

Gerade bei IT-Geräten ist dieser Schritt entscheidend: Rund 80 Prozent aller Emissionen des gesamten Lebenszyklus von IT-Hardware entstehen bereits bei der Herstellung. Die Nutzungsphase fällt demgegenüber deutlich weniger ins Gewicht. Eine längere Nutzung verbessert deshalb die Umweltbilanz deutlich.

Laptops werden häufig nach drei bis fünf Jahren ersetzt. Ein zusätzliches Nutzungsjahr senkt die jährlichen Treibhausgasemissionen eines Geräts um rund 20 bis 25 Prozent. Wird die Nutzungsdauer von drei auf sechs Jahre verdoppelt, halbieren sich die jährlichen Emissionen nahezu.

Die wichtigsten Hebel auf einen Blick

  • Bedarf kritisch prüfen: Muss wirklich (neu) beschafft werden?

  • Geräte möglichst lange nutzen

  • Reparaturen und Wiederverwendung fördern

  • Einsatz wiederaufbereiteter Geräte prüfen

  • Nachhaltigkeitskriterien verbindlich festlegen

  • Geeignete Labels als Nachweis nutzen

  • Rücknahme und Weiterverwendung sicherstellen

Nachhaltigkeit verbindlich verankern

Wenn klar ist, dass eine Beschaffung notwendig ist, können Gemeinden sich an bestehenden Hilfsmitteln orientieren.

Die Weisung P025 des Bundes definiert ökologische und soziale Anforderungen über den gesamten Lebenszyklus von IT-Geräten und eignet sich sowohl für Ausschreibung als auch für freihändige Beschaffungen. Die Anforderungen lassen sich mit anerkannten Labels und Zertifikaten nachweisen. Nachhaltigkeitskriterien können dabei mit 20 bis 30 Prozent gewichtet werden.

Diese Weisungen sind für die zentrale Bundesverwaltung verbindlich. Für Kantone und Gemeinden dienen sie als hilfreiche Orientierung.

  • Weisung P025: Ökologische und soziale Vorgaben für die Beschaffung von IKT-Geräten

  • Weisung P026: Ressourcen- und Umweltstandards für den Betrieb der IKT-Infrastruktur

Labels erleichtern die Umsetzung

Bewährte Labels erleichtern die nachhaltige IT-Beschaffung. Ein etabliertes Beispiel ist «TCO Certified», das bei der Stadt Zürich als Mindestanforderung für die Beschaffung von IT-Hardware dient. Das Label umfasst ökologische und soziale Anforderungen in den Bereichen Klima, Stoffe, Kreislaufwirtschaft und Lieferkette. Die Einhaltung der Label-Kriterien wird durch Dritte geprüft und Produktionsbetriebe werden regelmässig kontrolliert.

Gerade Gemeinden mit begrenzten personellen Ressourcen profitieren von Instrumenten wie dem Product Finder von TCO Certified. Er erleichtert die Auswahl zertifizierter Geräte und ermöglicht es, Nachhaltigkeitsaspekte systematisch zu berücksichtigen, ohne umfangreiches Spezialwissen aufbauen zu müssen.

Hilfsmittel für die Praxis

IGöB-Ateliers: Praxiswissen teilen und voneinander lernen

Die Interessengemeinschaft nachhaltige öffentliche Beschaffung (IGöB) organisiert jährlich zwei bis drei kostenlose Online-Ateliers zu spezifischen Beschaffungsthemen. Ob IT, Textilien, Veranstaltungen oder Kommunalfahrzeuge – die Ateliers bieten einen niederschwelligen Rahmen, um Praxisfragen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und von den Lösungen anderer Gemeinden und Städte zu profitieren. Kurze Fachinputs und der Dialog auf Augenhöhe liefern Impulse für die eigene Beschaffungspraxis.

Mehr erfahren und aktuelle Termine: www.igoeb.ch/ateliers


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